Körpereigene Mittel

Körpereigene Kommunikationsformen sind Laute und Lautsprache, Körpersprache (z.B. Haltung), vegetative Zeichen (z.B. Atmung, Herzfrequenz, Hautbild, Muskelspannung), Mimik, Gesten, Zeigen und Gebärden.

Die Vorteile körpereigener Kommunikationsmittel bestehen darin, dass sie schnell, spontan und ortsunabhängig benutzt werden können. Im Umgang mit vertrauten Partnern können körpereigene Kommunikationsmöglichkeiten die effektivste Art der Verständigung sein.

Um auch mit nicht-vertrauten Personen kommunizieren zu können, empfiehlt es sich, Informationen über die Art und Weise der körpereigenen Kommunikationsformen für das Gegenüber ersichtlich zu machen und durch z.B. Kommunikationstafeln oder technische Hilfen zu ergänzen.

Ausdrucksmöglichkeiten

Vegetative Zeichen, wie Herzfrequenz, Atmung, Hautfarbe, Schwitzen und Muskelspannung können ebenfalls Ausdrucksmöglichkeit für Wohlbefinden, Missfallen, Erkennen, … sein. Hier ist es wichtig, den Betroffenen genau und wiederholt zu beobachten und herauszufinden, wann er wie reagiert, um davon Bedeutungen ableiten zu können.

Blicke, Körperhaltung und Mimik können Gefühle wie z.B. Angst, Fröhlichkeit, Wohlbefinden und Unbehagen ausdrücken.

Über Zeigen (Deuten) können z. B. Wünsche nach räumlich anwesenden Dingen deutlich gemacht werden. 

Gesten können Gefühle und Wünsche ausdrücken (z.B. Geste „trinken“ der Wunsch nach einem Getränk oder „Halsabschneider“-Geste).

Gebärden stellen eine Vielzahl von Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung. Es handelt sich um Handzeichen, die zu einem differenzierten besonderen Symbolsystem gehören, der Gebärdensprache. Es handelt sich hierbei um eine eigenständige Sprache mit eigener Grammatik und Syntax. Es gibt noch einige weitere gebärdenbasierte Sprachsysteme, die sich in der Darstellung und Anzahl der Wörter unterscheiden.

Um körperliche Bewegungen gezielt einsetzen oder beeinflussen zu können, muss der Betroffene in der Lage sein, seine Bewegungen willkürlich steuern zu können, ohne von Reflexen oder einer plötzlich veränderten Muskelspannung beeinträchtigt zu werden.

Wenn aufgrund der motorischen Beeinträchtigung konventionelle Handzeichen nicht machbar sind, besteht die Möglichkeit eigene Bewegungen mit Bedeutungen zu belegen.

Laute und Lautreste können in der Kommunikation zwei verschiedene Rollen spielen: zum einen kann aufgrund der Tonlage, des Tempos und der Lautstärke, in der eine Person Laute von sich gibt, auf deren innere Zustände geschlossen werden. Zum anderen ist es möglich, wenn die betroffene Person in der Lage ist, unartikulierte Laute gleich bleibend zu produzieren, diese mit vereinbarten Bedeutungen zu belegen.

 

 

 

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